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Alte Rohre raus?

Altbau-Leitungstausch in Berlin: Blei, Guss und verzinkter Stahl

Manche Berliner Altbauten stehen länger, als ihre Rohre ausgelegt waren. Wo Blei, Gusseisen oder verzinkter Stahl verbaut ist, lohnt der Blick in Keller und Schacht. Wir vermitteln einen geprüften Partnerbetrieb, der den Bestand beurteilen und einen Austausch begleiten kann.

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Person in grauer Arbeitskleidung begutachtet im Ziegelgewölbekeller eines Berliner Altbaus alte graue und rostbraune Rohre am Wasserzähler

Woran Sie es erkennen

  • Braunes oder rostiges Wasser nach längerem Stillstand
  • Sinkender Wasserdruck, obwohl die Armaturen in Ordnung sind
  • Silbergraue, weiche Rohre im Keller, auch vor und hinter dem Wasserzähler
  • Wiederholte Feuchteflecken oder Tropfstellen an alten Verbindungen
  • Muffige Gerüche oder Ablagerungen an Fallrohren aus Gusseisen

Was Sie selbst tun können

  • Sichtprüfung im Keller: Material, Farbe und Oberfläche der Leitungen ansehen und fotografieren
  • Bleiverdacht: Wasser für Trinkzwecke ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kühl fließt
  • Hausverwaltung nach Plänen und Aussagen zu bereits erneuerten Leitungen fragen
  • Keine Rohre anbohren, anritzen oder abschrauben
  • Auffälligkeiten und Fragen schriftlich festhalten

Die drei Werkstoffe im Altbau

Blei wurde für Trinkwasserleitungen jahrzehntelang verwendet. Wurde ein Haus vor 1973 gebaut, sind Bleirohre darin nicht auszuschließen. Sie sind silbergrau, weich, klingen beim Klopfen dumpf und haben wulstige Lötstellen. Gusseisen kennt man vor allem von Abwasserrohren im Haus, verzinkter Stahl von Steigleitungen und Wohnungsverteilungen.

Jeder dieser Werkstoffe hat seine eigene Alterung: Blei gibt Stoffe an das Wasser ab, verzinkte Rohre verkrusten und rosten, Gussrohre bekommen Risse und Ablagerungen.

Blei und die Pflichten dahinter

  • Betreiber haben Bleileitungen nach den anerkannten Regeln der Technik zu entfernen oder stillzulegen und müssen Verbraucher über vorhandene Leitungen informieren.
  • Fachbetriebe müssen entdeckte Bleileitungen dem Gesundheitsamt anzeigen.
  • Für die Hausinstallation hinter dem Wasserzähler trägt die Eigentümerseite die Verantwortung; Fragen zur Leitung davor klären Eigentümer mit den Berliner Wasserbetrieben.
  • Gesundheitliche Bewertungen nehmen Gesundheitsamt und Ärzte vor.

Wie ein Austausch typischerweise abläuft

Zuerst kann der Partnerbetrieb den Bestand erfassen: Welche Werkstoffe liegen in Keller, Strang und Wohnung? Danach wird ein Konzept festgelegt, etwa ob Etagenleitungen, Stränge oder das gesamte Netz erneuert werden. Gearbeitet werden kann in Abschnitten, damit das Wasser im Haus nur zeitweise abgestellt werden muss. Als neue Leitungen kommen Edelstahl, Kupfer oder Kunststoffverbund in Betracht; sie werden verlegt, abgedrückt und gespült. Ausführen darf die Arbeit an der Trinkwasser-Installation nur ein Betrieb mit Eintrag im Installateurverzeichnis der Berliner Wasserbetriebe. Welche Arbeiten sinnvoll sind und was sie kosten, klären Sie direkt mit dem Partnerbetrieb.

Mieter, Eigentümer und die Hausverwaltung

Mieter haben Anspruch auf eine funktionierende Wasserversorgung. Den Austausch plant und beauftragt der Eigentümer, in Eigentümergemeinschaften über einen Beschluss. Fragen Sie die Hausverwaltung nach dem Stand der Leitungen im Haus und melden Sie Auffälligkeiten schriftlich. Zuständig für die rechtliche Seite sind der Mieterverein sowie Anwältinnen und Anwälte.

Häufige Fragen

Nichts Passendes gefunden? Notieren Sie die Nummer.

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Was bedeutet „stilllegen“ bei einer Bleileitung?

Die Leitung wird nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt und nach den anerkannten Regeln der Technik getrennt. Wie das im Haus umgesetzt wird, legt der Fachbetrieb im Konzept fest.

Wie unterscheide ich verzinkten Stahl von Kupfer oder Blei?

Verzinkte Rohre sind matt-grau, Kupfer ist rötlich-braun oder grünlich angelaufen, Blei silbergrau und weich. An verzinktem Stahl haftet ein Magnet, an Kupfer und Blei nicht. Fotos aus dem Keller helfen dem Betrieb bei der Einschätzung.

Wie ist die Lage bei Leitungen in einer Eigentumswohnung?

Stränge im Gemeinschaftseigentum beschließt die Eigentümergemeinschaft, Leitungen im Sondereigentum verantwortet der einzelne Eigentümer. Wo die Grenze verläuft, steht in der Teilungserklärung; die Verwaltung kennt sie.

Was teile ich der Hausverwaltung mit, wenn mir alte Leitungen auffallen?

Fotos mit Ort im Haus, das beobachtete Material oder Aussehen, Datum und Auffälligkeiten wie Druckverlust oder braunes Wasser. Fragen Sie zugleich nach Bestandsplänen und bereits erneuerten Abschnitten.

Abreißen, anrufen, Leck melden

Wer 01579 2841433 wählt, nennt am besten drei Dinge. Das sind Ort, Geschoss und eine kurze Beschreibung.

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